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Sternenkind Trauer

Opas Abschiedsbrief ans Sternenkind: "Ich hätte dich gerne an mich gedrückt, aber ich traute mich nicht"

Opas Abschiedsbrief ans Sternenkind: "Ich hätte dich gerne an mich gedrückt, aber ich traute mich nicht"
Eine werdende Mutter in einem hellen, gemütlichen Kinderzimmer, die ihren Babybauch liebevoll umarmt.

Ein Kind, das nie leben durfte – und ein Opa, der mit seinem Schmerz ringt. Ein Großvater aus Wien schrieb seinem Enkel einen bewegenden Abschiedsbrief. Darin erzählt er von Liebe, unerfüllten Träumen und dem Moment, in dem er den kleinen Jungen gern gehalten hätte – sich aber nicht traute.

Ein Besuch im Krankenhaus

Lieber Enkel, heute wäre dein Geburtstag gewesen. Deine Oma und ich haben dich im Krankenhaus besucht. Du warst wunderschön, mit einem liebevollen Gesicht, perfekten Lippen und zarten Händen und Füßen. Doch in diesem Moment des Abschieds war ich nicht mutig genug, dich an mich zu drücken. Der Anblick deines kleinen Körpers hat mich mit einer Mischung aus Liebe und Trauer erfüllt, die ich kaum in Worte fassen kann. Ich stand dort, unfähig, dich zu umarmen, voller Bedauern über die verpasste Gelegenheit, dir meine Liebe direkt zu zeigen.

Ein geplatzter Traum

Wir hatten uns so sehr auf dich gefreut. Nur noch ein Monat bis zu deinem Geburtstermin, und du hättest unser Leben unbeschreiblich bereichert. Der Frühling hat gerade begonnen, und überall blühen die Blumen im Wienerwald. Ich hätte dir so gerne diese blühende Welt gezeigt, unseren Hund Momo und die Katzen Willi und Augi. Augi, der gerade schnurrend auf meinem Schoß liegt, hätte dich sicherlich genauso getröstet wie mich jetzt. Doch du bist nicht mehr bei uns, und wir müssen lernen, mit dieser Lücke zu leben. Die Natur erwacht zu neuem Leben, während wir uns von dir verabschieden müssen, ein bittersüßer Kontrast, der uns täglich an dich erinnert.

Erinnerungen und Pläne

Schon Monate vor deiner Geburt haben wir mit dir gesprochen, dich durch Valerias Bauch gespürt und uns vorgestellt, wie es wäre, dich in unseren Armen zu halten. Ich hätte dir die majestätischen Berge und klaren Seen im Salzkammergut gezeigt und wäre mit dir auf Wanderungen gegangen. Keine Gewaltmärsche, keine Sorge. Notfalls hätte ich dich auf meinen Schultern getragen, damit du die Aussicht genießen kannst. Im Winter hätten wir gemeinsam auf Schlitten die Hügel hinuntergesaust und später das Skifahren gelernt. Diese Pläne bleiben nun unausgeführt, doch in meinem Herzen werde ich sie für immer bewahren. Jeder Ausflug, den wir mit Alma machen, wird auch ein wenig für dich sein, in Gedanken immer bei uns.

Musik für die Seele

Musik ist etwas, das ich dir unbedingt näherbringen wollte. Von den sanften Klängen des Folkpop bis zur ergreifenden Klassik – ich hatte so viele Melodien, die ich mit dir teilen wollte. Dein Papa hat dir bereits Reggae-Rhythmen vorgespielt, voller Liebe und Zuneigung. Er nannte dich "mein kleiner Engel". Du hast mit gefalteten Händen das Licht der Welt erblickt, umgeben von der Liebe deiner Familie. Ich stelle mir vor, wie wir gemeinsam zu den Klängen von Mozart und Debussy tanzen, oder wie du vielleicht deine eigenen musikalischen Vorlieben entwickelt hättest. Die Musik hätte dir eine Welt voller Emotionen eröffnet, und ich hätte dir gerne gezeigt, wie sie trösten und Freude bringen kann.

Ein letzter Gruß

Die Welt ist gerade ein unruhiger Ort. Doch du hast deinen Frieden gefunden, fernab von all dem Schmerz und der Unruhe. Lieber Enkel, wir werden dich nie vergessen. Eine gute Reise in eine Welt voller Liebe und Licht, wünscht dir dein Opa. Deine Geschichte wird in unseren Herzen weiterleben, und wir werden immer an dich denken, wenn wir die Schönheit der Natur oder die Klänge unserer Lieblingsmusik erleben. Dein kurzer Besuch auf dieser Erde hat uns alle berührt und wird uns für immer begleiten.

Und dieses Musikstück möge dich begleiten: "Pavane pour une infante défunte" von Maurice Ravel. Es ist ein Stück voller Melancholie und Schönheit, das dich hoffentlich in eine bessere Welt geleitet.

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